Totale Verwirrung: Wieder eine neue COVID-Regel

Wer soll da noch den Durchblick behalten?

Die am heutigen Tage (14.11.) in Kraft getretene COVID-Einreisebestimmung wird sich zum 23.11. bereits wieder ändern. Oder doch nicht?

Dieser Blog-Beitrag erklärt die Hintergründe zur Regelungswut der spanischen Behörden.

Ab 23.11. herrscht Testpflicht für alle Einreisenden
Ab 23.11. herrscht Testpflicht für alle Einreisenden

Erst kürzlich wurde auf diesem Blog über die neuen Einreisebestimmungen informiert, die per heute in Kraft treten. Demnach haben alle Besucher der Kanarischen Inseln, die eine Bleibe in einer touristischen Unterkunft gebucht haben, dort einen negativen COVID-Test vorzulegen.

 

Diese Regelung ist das Ergebnis eines Streits zwischen der kanarischen Regionalregierung und der Zentralregierung in Madrid. Aufgrund der katastrophalen Infektionszahlen auf dem spanischen Festland forderte die kanarische Regierung, dass auch vom Festland einreisende Spanier einen negativen Test vorweisen sollten.

 

Dieser Wunsch wurde in Madrid kategorisch abgelehnt. Da der geforderte Test im Rahmen der Grenzkontrollen eine hoheitlich spanische Aufgabe gewesen wäre, wurde daher im Interesse der spanischen Touristen auf eine Testpflicht vor der Einreise verzichtet.

 

Daraufhin hat die kanarische Regierung beschlossen, eine alternative Regelung in ihrem Zuständigkeitsbereich zu schaffen. Das Ergebnis ist bekannt:

Alle Einreisenden, auch Spanier, erhalten eine touristische Unterkunft nur, wenn sie ein negatives Testergebnis an der Hotelrezeption vorweisen. 

Dieses Ergebnis erschien Madrid nun unbefriedigend. So lag es nahe, nun doch eine eigene Regelung zu erlassen.

 

Neue Einreisebestimmungen ab 23.11.2020

Bei der Einreise nach Spanien ist den Grenzbehörden von allen Einreisenden aus einem Risikogebiet ein negativer COVID-19-Test vorzulegen. 

 

Nachfolgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:

  • der Test erfolgte vor maximal 72 Stunden
  • es handelt sich um einen PCR-Test (kein Schnelltest!)
  • der Test erfüllt den EU-Standard
  • das Testergebnis ist auf Spanisch oder Englisch verfasst

Wer ohne Testergebnis in Spanien ankommt, muss mit einem Bußgeld

bis zu 6000 EURO rechnen.

Abgesehen von Finnland, Griechenland und Norwegen sind aktuell alle EU-Staaten Risikogebiet.

Weiterhin ist auch das Online-Einreiseformular vor der Einreise auszufüllen. In einem früheren Beitrag wurde detailliert auf diese Bestimmung eingegangen.

Auch die aktuelle Testpflicht für Touristen vom 14. November dürfte weiterhin gültig bleiben, da sie nach wie vor die einzige Möglichkeit darstellt, ein Infektionsrisiko durch vom Festland einreisende Spanier zu minimieren.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die COVID-Regelungen vom 14. November und vom 23. November sich nicht widersprechen. Im Gegenteil: Sie ergänzen sich sogar. 

Dennoch fördert das Kompetenzgerangel zwischen kanarischen und spanischen Behörden die Verunsicherung der Urlauber und der Tourismusbranche. Hier besteht Verbesserungsbedarf. 

 

Nachteilig für den Tourismus auf den Kanarischen Inseln dürfte sich die Forderung der Zentralregierung in Madrid auswirken, nur die kostspieligen und zeitaufwendigen PCR-Tests zu gestatten. Sofern die Reiseveranstalter nicht auch hierfür noch die Kosten übernehmen, dürfte diese Entscheidung viele Urlauber abschrecken, wenn diese gezwungen wären, den COVID-Test aus eigener Tasche zu zahlen.

Fotos: Pixabay

Text: Guido Gottfried

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