Alarmzustand beendet: Infos für Urlauber

Spanien beendet am kommenden Samstag, den 21. Juni den Alarmzustand und tritt in die Phase der Neuen Normalität („nueva normalidad“) ein. 

Ist die Coronakrise in Spanien nun Geschichte? Was bedeutet diese Veränderung konkret für die Urlauber, die bald wieder auf die Kanaren kommen? 

Auf diese Fragen geht dieser Beitrag ein.

 

Neue Normalität löst den Alarmzustand ab

Am 13. März 2020 verhängte der spanische Premierminister Pedro Sánchez den Alarmzustand für ganz Spanien. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die COVID-19-Pandemie ausgerufen. 

Der Alarmzustand hat es der Zentralregierung in Madrid ermöglicht, die Zuständigkeit für landesweite Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu übernehmen. Nach einer sehr strengen, 50-tägigen Ausgangssperre sowie einer achtwöchigen Lockerungsphase endet nun der Alarmzustand am 21. Juni 2020. Das bedeutet jedoch nicht, dass nun der Virus besiegt wäre und man zur Tagesordnung zurückkehrt. Nicht ohne Grund spricht man von der NEUEN Normalität: Es wird (vorerst) nicht mehr so sein, wie es einmal war. Durch die Beendigung des Alarmzustandes obliegt es nun den Regionen, in eigener Verantwortung den Kampf gegen den Virus fortzusetzen. 

In unserem Fall geht es somit um die Frage, wie die autonome Region der Kanarischen Inseln mit der Neuen Normalität umgeht.

Der Präsident der kanarischen Regierung, Ángel Víctor Torres hat sich bereits vorab zu den wichtigsten Maßnahmen geäußert. Das gesamte Regelungswerk wird am 21. Juni im amtlichen Mitteilungsblatt veröffentlicht und tritt am darauffolgenden Tag in Kraft. Nachfolgend wird erläutert, welche Auswirkungen die Neue Normalität auf die Urlauber haben wird.

 

Mindestabstand und Maskenpflicht

Generell gilt in allen Bereichen des öffentlichen Lebens weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen fremden Personen. Überall dort, wo diese Distanz nicht gewährleistet werden kann, wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Pflicht. In vielen Einrichtungen, wie Geschäften, Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt grundsätzlich eine Maskenpflicht.

 

Friseurbesuch in Coronazeiten
Friseurbesuch in Coronazeiten

Die Einreise

An den Flughäfen und auch in den Seehäfen wird es für Einreisende eine dreistufige Überprüfung geben. Neben einem Temperaturcheck und einer visuellen Prüfung auf Symptome einer Infektion haben die Einreisenden einen schriftlichen Nachweis über die Adresse ihrer Unterkunft während des Aufenthaltes auf der Insel zu erbringen. Auch werden die Einreisenden darüber befragt, ob sie bereits eine COVID-19-Infektion überstanden haben. Sollten nach dieser Überprüfung noch Zweifel bestehen, so wird der Einreisende einem Arzt zur genaueren Untersuchung vorgestellt.

Virentests in der breiten Anwendung sind jedoch nicht vorgesehen, wie der Regionalpräsident Ángel Víctor Torres betont. 

 

In den Unterkünften

In den Gemeinschaftsbereichen von Hotel- und Appartementanlagen wird es deutliche Kapazitätsbegrenzungen geben. Der allmorgendliche Kampf um die besten Sonnenliegen am Pool wird sich dadurch vermutlich noch verschärfen.

Für Sportbereiche, wie Pool und Fitnessräume, gelten ebenfalls Kapazitätsbegrenzungen und besondere Hygienemaßnahmen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Verwendung von Materialien gelegt, die eine Virusübertragung begünstigen. Hierzu zählen beispielsweise Bettwäsche und Handtücher. Hier wird eine aufwendige Spezialreinigung erforderlich. Das könnte dazu führen, dass es keine täglichen Handtuch- und Bettwäschewechsel mehr gibt. Auch verkürzte Tischzeiten in den Hotelrestaurants sind denkbar. 

 

Am Strand

Welche Sicherheitsvorkehrungen die Urlauber an den kanarischen Stränden erwarten, hängt von der jeweiligen Gemeinde ab. Grundsätzlich soll aber für jeden Badegast eine Fläche von mindestens vier Quadratmetern zur Verfügung stehen.

Zwischen den Sonnenliegen ist ein Mindestabstand von zwei Metern vorgesehen. Dabei können Liegen auch paarweise aufgestellt werden, um Urlaubern aus einer Familie den gemeinsamen Badespaß nicht zu vermiesen. Die Sonnenliegen werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert.

Im Strandbereich darf man auch sportlichen Aktivitäten nachgehen, sofern es sich nicht um Kontaktsport handelt.

 

Liegen am Strand
Die Sonnenliegen am Strand warten auf ihren Einsatz

In Restaurants und Bars

Auch hier ist der Mindestabstand zu beachten. Galt es bisher nur als schlechtes Benehmen, sich ohne Zuweisung durch den Kellner an einen freien Tisch zu setzen, so wird dieses Verhalten zukünftig sogar verboten sein, da jeder Tisch vor der Benutzung zu desinfizieren ist. 

Sitzt man dann endlich, sollte man sich nicht wundern, wenn keine Speisekarte gereicht wird. Künftig erfolgt die Information über das Angebot der Küche nur noch über Tafeln oder Bildschirme.

Nach dem Essen sollte man seine Rechnung dann bargeldlos begleichen. 

 

In den Clubs

Auch (Nacht-)Clubs dürfen jetzt wieder öffnen, sofern sie über eine Freifläche im Außenbereich verfügen und eine Kapazitätsgrenze von 70 % beachten. Wirklich vergnüglich dürfte es dort allerdings nicht zugehen, da auch hier der Mindestabstand einzuhalten ist und im Extremfall eine Maskenpflicht besteht. Ob da wirklich Stimmung aufkommt?

 

Geschäfte und Shoppingcenter

Hier ist eine Kapazitätsgrenze von 75 % einzuhalten. Zu Stoßzeiten ist also mit einer Zugangskontrolle zu rechnen. In vielen größeren Geschäften und in vielen Shopping-Centern gibt es "Einbahnstraßen" und getrennte Ein- und Ausgänge. Daher sollte hier aufmerksam auf entsprechende Bodenmarkierungen geachtet werden. 

Ausgenommen von den Kapazitätsbegrenzungen sind lediglich Supermärkte und Apotheken. Grundsätzlich gilt in allen Geschäften aber die Maskenpflicht. Gerade in Shopping-Centern sollte man nicht damit rechnen, dass Waschräume und WCs schon wieder geöffnet sind. Diese bleiben vielerorts bis auf Weiteres geschlossen.

 

Sport im Freien

Gruppen bis zu 30 Personen können gleichzeitig und zusammen sportlich im Freien aktiv werden. Das dürfte insbesondere für Radfahrer und Bergwanderer interessant sein. Aber auch hier gilt selbstverständlich der Mindestabstand und vor allem auch eine Rücksichtnahme auf unbeteiligte Dritte, wenn man in einer so großen Gruppe auftritt.

 

Menschenleere Promenade in Meloneras
Noch sind die Promenaden menschenleer

Großveranstaltungen

Zukünftig sind Versammlungen von bis zu 1.000 Personen im Freien und bis zu 300 Personen in geschlossenen Räumen möglich.

In besonderen Fällen, wie zum Beispiel bei Sportveranstaltungen, kann im Einzelfall eine behördliche Genehmigung für abweichende Personenzahlen erteilt werden, sofern die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen.

 

Fazit

Ein Urlaub auf den Kanaren ist endlich wieder möglich. Auch wenn der Alarmzustand bereits am 21. Juni endet, so werden noch nicht alle Hotels sofort wieder öffnen. Auch die Fluggesellschaften müssen erst langsam wieder ihren Betrieb hochfahren. Mit Buchungsengpässen und gewissen Startschwierigkeiten ist also zu rechnen. Da für alle Beteiligten die Neue Normalität noch ungewohnt sein wird, sollten wir gegenseitig etwas Geduld und Verständnis aufbringen.

Noch ein Tipp zum Abschluss: Im Urlaubsgepäck sollten sich eine Kredit- oder Bankkarte sowie ein ausreichendes Sortiment an Mund-Nase-Schutz befinden. Dann kann nichts mehr schiefgehen.

Das Team der VILLA CARPE DIEM wünscht allen Lesern einen schönen Urlaub!

Quelle: maspalomasahora.com, laprovincia.es, canarias7.es

Autor: Guido Gottfried

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