Wanderung nach Atalaya am 29.3.16

So wie die Berliner ihr Dahlem, die Münchner ihr Grünwald und die Hanseaten ihr Blankenese so hat Las Palmas sein Tafira Alta. In diesem Vorort der Reichen und Schönen startet am königlichen Golfclub unsere heutige Tour. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass es sich hierbei nicht um irgendeinen Golfplatz handelt, sondern selbstverständlich um den ältesten des ganzen Landes.

Vorbei an Luxusdomizilen und dem exklusiven Reitclub führt uns das erste Teilstück unserer heutigen Tour schließlich hinab in den Barranco de las Goteras und damit in die Naturlandschaft des Nordostens unserer Insel.

Am Barrancogrund erwartet uns die kleine Kapelle „Ermita del Carmen“, die sich hier bereits seit Anno 1774 herrlich gelegen zwischen duftenden Zitrus- und Mangohainen befindet. Wir wandern auf dem Barrancogrund weiter landeinwärts bis wir das Örtchen Las Goteras erreichen, das dem Namen dieses Canyons Pate stand. Der kleine Dorfplatz, der jetzt unter der Woche ganz einsam und verlassen ist, wird von uns kurzerhand zum Ort unserer „Brotzeit" erklärt, bevor wir uns anschließend über eine Steilflanke wieder an den Aufstieg aus dem Barranco machen. Das Etappenziel haben wir dabei stets vor Augen, denn dort oben kleben bereits einige bunte Häuschen des Dorfes „La Atalaya“ am Hang.

Schon bevor die Conquistadores sich im 15. Jahrhundert über das kanarische Archipel hermachten, war dieser Ort ein Zentrum der Töpferkunst der Ureinwohner. Diese Tradition wurde hier oben noch sehr lange gepflegt. Zu Ehren des letzten Töpfers namens Panchito, der hier oben noch wie ein Urkanarier bis 1987 in einer Höhle dieses Handwerk pflegte, wurde ein kleines Museum, die "Casa-Museo Panchito“ eröffnet. Gleich nebenan befindet sich auch das Centro Locero („Töpferzentrum“), in dem auch heute noch getöpfert wird. Unser Dank gebührt einer sehr sympathischen und gleichermaßen engagierten Mitarbeiterin des Centro Locero, die uns herumgeführt und einiges über die Töpferkunst erzählt hat.

Vom Örtchen La Atalaya aus ist es dann nicht mehr weit zurück in die Welt der Schönen und Reichen am Rande des Vulkankraters Bandama. Wer jetzt noch Zeit und Energie hat, könnte noch in den 200 Meter tiefen Krater, der zu den jüngsten der Insel zählt, hinabsteigen. Energie haben wir nach dieser entspannten, wenig kräftezehrenden Tour noch jede Menge, allein an der nötigen Zeit fehlt es uns. Aber wir kommen gerne einmal wieder.

Zusammenfassung:

Eine einfache Rundtour durch die Kulturlandschaft des Nordostens der Insel, die auch für Einsteiger oder weniger ambitionierte Bergwanderer geeignet ist. Dennoch ist festes Schuhwerk sehr empfehlenswert. 

Distanz 10 km, Höhendifferenz im Auf- und Abstieg 350m. Gehzeit unter Berücksichtigung einer Pause und der Besichtigung des Töpferzentrums ca. 5 Stunden.

Text: Guido - Fotos: Sandra und Guido