Zugangskontrolle bei Touristenattraktionen

Gran Canaria erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die jüngsten Besucherzahlen zeigen einen ungebrochenen Aufwärtstrend. Das freut die Tourismusindustrie. Darunter zu leiden haben jedoch die sogenannten Naturmonumente der Insel...

Täglich werden am Roque Nublo, dem Bandama-Vulkankrater und dem Pico de la Nieves (höchster Punkt der Insel) Massen an Touristen aus dem Süden der Insel und mittlerweile auch von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen in riesigen Bussen herangeschafft und ausgespuckt, und dann, meist nur notdürftig mit Shorts und Flip-Flops bekleidet und mit dem Smartphone bewaffnet, ihrem Schicksal überlassen. Hinzu kommen Armadas an Individualtouristen in Mietwagen sowie die Insulaner in ihren PKWs, die hauptsächlich am Wochenende ebenfalls gerne zu diesen Stätten pilgern. Mittlerweile hat diese Entwicklung ein Ausmaß angenommen, das eine erhebliche Umweltbelastung sowie eine Gefahr im Straßenverkehr durch unverantwortlich geparkte Fahrzeuge darstellt. Der Inselrat ("Cabildo") hat daher beschlossen, den Zugang zum Roque Nublo, dem Pico de las Nieves und dem Bandama-Krater zu kontrollieren und für die beiden letztgenannten Naturmonumente auch zu limitieren.

 

Es gibt Pläne, für den Zugang zum Roque Nublo einen Busshuttle einzurichten, der zwischen den Orten Tejeda, Cruz de Tejeda, Artenara, Ayacata und eben dem Zugang zum Roque Nublo verkehrt. Ein wildes und extrem gefährliches Parken am Straßenrand vor dem Roque Nublo soll in Zukunft verboten sein und entsprechend streng geahndet werden. Es wird betont, dass man nicht beabsichtigt, die Besucherzahl für den Roque Nublo zu limitieren sondern nur die Besucherströme zu kontrollieren und durch den Busshuttle die Umweltbelastung zu reduzieren. Ausserdem sei der Shuttleservice ein Gewinn für die zahlreichen Wanderer im Bereich des Hochgebirges ("Cumbre") und der Caldera de Tejeda, da man an vielen Haltestellen aus- oder zusteigen könne. Das ermögliche ganz neue Wandermöglichkeiten. Des Weiteren werde die Sicherheit bei Extremwetterlagen wie jüngst beim Schneechaos durch einen Busshuttleservice erhöht.

Für die Touristenattraktionen Pico de las Nieves und den Bandama-Krater ist hingegen neben einer Kontrolle auch eine Limitierung der Besucherströme geplant. Gute Erfahrungen hat man in dieser Hinsicht bereits mit der Finca de Osorio in der Gemeinde Teror gemacht, wo man sich bereits für einen Besuch anmelden muss. Dieses Modell könne man sich auch für den Pico und den Bandama vorstellen, so der Inselrat ("Cabildo"). 

 

Wann diese Pläne in die Tat umgesetzt werden, ist noch nicht bekannt. Wir werden euch an dieser Stelle aber darüber auf dem Laufenden halten.

Autor: Guido Gottfried (Quelle: La Provincia, 20.2.2018)