12. Oktober: Spanischer Nationalfeiertag

Heute ist Feiertag und das nicht nur in Spanien sondern auch in vielen Ländern Lateinamerikas und selbst in den USA. Das gemeinsame Datum hat natürlich auch einen gemeinsamen Grund. Die Erklärung finden wir in einem denkwürdigen Ereignis, das am 12. Oktober 1492 stattgefunden hat...

Am 12. Oktober 1492 setzte Christoph Kolumbus (auf spanisch: Cristobal Colón) erstmals seinen Fuß auf den Boden der "Neuen Welt".  Daran erinnert man sich in den USA mit dem sogenannten "Columbus Day" (nicht genau auf dem 12. Oktober aber immer dem zweiten Montag des Monats). In Lateinamerika wird dieser Tag in vielen Ländern als "Día de la Raza" bezeichnet, wobei dieser Tag dort oftmals sehr kritisch betrachtet wird angesichts der fatalen Folgen für die indigene Bevölkerung ("first nations"), die in diesem Ereignis ihre Ursache finden. Tatsächlich hat der Begriff der Hispanität ("Hispanidad") ein gewisses "Geschmäckle", erlebte diese Bewegung doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter der faschistischen Franko-Diktatur in Spanien seine Blütezeit. Darum spricht man heutzutage besser einfach vom spanischen Nationalfeiertag. 

Es erscheint im Spanien des Jahres 2018 auch weniger angebracht, an das gemeinsame sprachlich-kulturelle Erbe mit Lateinamerika zu erinnern als sich vielmehr um die innere Einheit zu sorgen. Wir haben die dramatischen Ereignisse des letzten Jahres in Katalonien noch alle vor Augen. Vielleicht sollte man den Feiertag nach deutschem Vorbild vorsichtig optimistisch umtaufen in "Tag der spanischen Einheit"?!