Wanderung durch die Falkenschlucht

Am Osthang des Zentralmassivs führt ein kleiner Barranco vom Vulkankrater „Los Marteles“  durch das gleichnamige Naturschutzgebiet („Reserva natural de los Marteles“) talabwärts Richtung Telde. Dieser kleine Barranco gehört zu den wenigen der Insel, die das ganze Jahr über Wasser führen. Und so ist bei einer Durchwanderung dieser kleinen Schlucht das Plätschern, Gluckern und Rauschen des Wassers allgegenwärtig. Ihren Namen verdankt diese Schlucht den Falken, die am Himmel über diesem wunderschönen Ort ihre Kreise ziehen. Die Rede ist vom Barranco de los Cernicalos.

Wir starten unsere Wanderung vom Weiler „Los Arenales“ aus bergaufwärts. Ein gut ausgebauter Park- und Rastplatz deutet darauf hin, dass dieser Ort am Wochenende ein beliebtes Naherholungsgebiet der Canarios ist. Gerne kommen die Hauptstädter aus Las Palmas oder die Einwohner von Telde dann hier hinauf, um mit der ganzen Familie zu grillen oder zu picknicken und dabei die schöne Natur zu genießen. Wer hingegen die Stille der Natur mag, der sollte hier daher lieber unter der Woche vorbeischauen. 

 

Ein schmaler Wasserkanal, auf dessen Begrenzungsmauer wir einige Meter weit balancieren müssen, weist uns den Eingang zum Barranco. Wir werden zunächst am Wegesrand von einer beeindruckenden Steineiche begrüßt, bevor wir in eine dschungelhafte Vegetation abtauchen, die von hohem Schilf und beeindruckenden Weidentunneln dominiert wird. Wir kreuzen immer wieder das bergabwärts rauschende Bächlein. Von Zeit zu Zeit passieren wir kleine Wasserfälle und immer wieder wird der Weg durch umgefallene Bäume versperrt, unter denen wir dann hindurchkriechen müssen. 

 

Bereits vor zwei Wochen hatten wir diese Wanderung unternommen. Aber plötzlich einsetzender Regen zwang uns damals zur vorzeitigen Umkehr, da das Klettern über rutschige Felsen zu riskant war. Heute haben wir bei sonnigem Wetter mehr Glück und wir kommen gefahrlos voran.

 

Zusehends verengt sich die Schlucht, bis schließlich zu beiden Seiten hohe Felswände nur noch wenig Tageslicht zu uns herunterlassen. Wir gehen weiter bis zu einem imposanten Wasserfall, vor dem sich ein idealer Ort für eine Brotzeit bietet. Auf der selben Strecke geht es zurück zum Ausgangspunkt.

 

Zusammenfassung

 Diese Wanderung ist von der Strecke und der zu überwindenden Höhendifferenz her keine große Herausforderung. Allerdings ist Trittsicherheit erforderlich, da teilweise über rutschige Felsen und Geröll geklettert werden muss. Festes Schuhwerk ist unabdingbar. Diese Wanderung sollte auf gar keinen Fall unmittelbar nach oder gar während Regenwetters unternommen werden. 

Distanz: 6,5km

Höhendifferenz: 250m

Reine Gehzeit: ca. 2:30 Std.